Interview Wochenspiegel zum 21./22. November 2020

Fragen an LR Thiel von WS-Redakteurin Lisa-Marie Woltmann

1) Welche Motivation steckt hinter Ihrer Kandidatur als Landrat für den Vulkaneifelkreis?

Unverändert dieselbe Motivation, die ich bereits vor acht Jahren bei Amtsantritt hatte: Mich aktiv einsetzen für unsere lebens- und liebenswerte Vulkaneifelheimat, Gegensätze zu überwinden und gemeinsam zukunftsfähige Lösungen finden. Und es geht in der Tat um unsere Zukunft: Die Landratswahl am 29. November entscheidet über die Weichenstellung der Eigenständigkeit und den Bestand eines auch weiterhin eigenständigen Landkreises Vulkaneifel. Es geht um die Lebensverhältnisse und Entwicklung von unseren 109 Städten und Gemeinden. Da braucht es klare Kante, politische Erfahrung und gute Vernetzung, um dem effektiv entgegenzuwirken. Wir haben vieles auf den Weg gebracht und ich freue mich darauf, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung weiter gute Arbeit leisten zu können.

2) In diesem Jahr gehen zwei Kandidaten in das Rennen um den Posten des Landrats. Was können Sie besser als Ihre Mitbewerberin, welche Voraussetzungen bringen Sie mit?

Wenn Sie mich fragen, was ich besser als meine Mitbewerberin kann, so fragen Sie mich nach einem Vergleich, den ich aus der Erfahrung der praktischen kommunalpolitischen Arbeit nicht ziehen kann. Die Wähler werden die Entscheidung fällen, wen sie für besser geeignet halten.

Meine Voraussetzungen sind neben der parteipolitischen Ungebundenheit natürlich die Amtserfahrung seit 2013, die daraus resultierenden Kenntnis von Verwaltungsabläufen und den juristisch vorgeschriebenen kommunalpolitischen Entscheidungsfindungsprozessen. Und dazu kommen die vielen Begegnungen mit den Menschen in der Region – in den Gremien des Kreises, der Verbandsgemeinden und Gemeinden genauso wie in Vereinen, auf Veranstaltungen und bei persönlichen Gesprächen.

Das Amt braucht die vor allem Fähigkeit, sich von Einzel- oder Parteiinteressen möglichst frei zu halten und so zu handeln, dass tragfähige Kompromisse entstehen können. Das ist in den vergangenen acht Jahren gelungen, beispielsweise beim Verbleib der Oberen Kyll im Landkreis. Aber das Amt braucht auch durchsetzungsstarke Innovationskraft, etwa im Bereich des Gesundheitswesens oder der technischen Infrastruktur. Die Telemedizinische Assistenz oder die durchgängigen Breitbandversorgung sind Beispiele, wie dies umgesetzt werden konnte, so dass die Vulkaneifel in bestimmten Bereichen sogar landesweit als Vorreiterregion gilt. Weitere Projekte sind in Arbeit und erhalten unter meiner weiteren Amtsführung die bestmöglichen Rahmenbedingungen.

3)   Welche drei Projekte stehen auf Ihrer To-Do-Liste ganz oben?

Der Kern aller Aktivitäten im Landkreis Vulkaneifel ist es, gemäß des Leitmotivs der Standortmarke „Wir.Leben.Eifel.“ die gute Lebensqualität für Alle und in allen Lebensbereichen sicherzustellen und weiter zu verbessern. In Corona-Zeiten ist für mich ganz klar der Schutz der Bevölkerung vor der Pandemie ebenso wichtig wie die Unterstützung der heimischen Wirtschaft, um diese Krise zu überstehen. Natürlich sind viele Themen bekannt – die Gestaltung der Mobilitätswende und der Ausbau der Digitalisierung, die Förderung der Bildung und Unterstützung der Kultur, die Durchsetzung des Klimaschutzes und der Erhalt der Gesundheitsversorgung. Aber wir leben in dynamischen Zeiten und es geht darum, immer wieder die richtigen Prioritäten zu setzen anstatt stur To-Do-Listen abzuarbeiten.

4) Was wäre Ihre erste Amtshandlung als neu gewählter Landrat des Vulkaneifelkreises?

Der erste Blick gilt nach dem Dank an die Wählerinnen und Wähler für das wieder geschenkte Vertrauen zunächst nach innen – in die Kreisverwaltung. Hier werde ich mich unter Einhaltung aller Sicherheitsregeln bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement in den letzten acht Jahren bedanken und Ihnen sagen, dass ich sicher bin, dass wir gemeinsam die Geschicke unseres Landkreises Vulkaneifel auf allen Ebenen verantwortlich, geradlinig und gut vernetzt acht weitere Jahre mit guten Ergebnissen lenken werden.  

5) Wie schalten Sie so kurz vor der Wahl am 29. November ab, was bringt Sie zur Ruhe?

Ich brauche nicht zur Ruhe zu kommen – ich habe in den letzten acht Jahren sehr viel Freude an meiner Arbeit gehabt und versucht, immer mit ruhiger Hand meine Arbeit überlegt und nicht hektisch zu leisten. Allerdings ist in Zeiten der Corona-Pandemie abschalten auch nicht angesagt – ich werde sehr aufmerksam und natürlich auch außerhalb der Bürozeiten die aktuelle Entwicklung verfolgen und bei Bedarf sofort handeln.

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